Verstärker

Audioverstärker mit Röhrenvorstufe - Einfache Schaltungen zum Selberbauen

Vollständig mit Röhren bestückte Verstärker sind sowohl schaltungstechnisch als auch mechanisch sehr aufwendig. Ein konzeptionell wie technisch interessanter Kompromiss ist die Verknüpfung einer Röhrenvorstufe mit einer transistorisierten bzw. integrierten Endstufe. Dieser Ansatz, der auch bei etlichen kommerziellen Geräten umgesetzt wurde, bildet den Schwerpunkt dieses Buches. Die beschriebenen Röhrenvorstufen können natürlich auch leicht mit anderen Verstärkern kombiniert werden.

Hybridverstärker mit Niederspannungsröhre EF98 und IC TDA7052A

Der IC TDA7052A ist ein 1W-NF-Verstärkerschaltkreis. Die maximale Verstärkung wird mit 35,5dB angegeben, was einem Verstärkungsfaktor von ca. 60 entspricht. Der Schaltkreis verfügt über eine integrierte Lautstärkeeinstellung. Der Nachteil dieses Schaltkreises liegt in der vergleichsweise niedrigen Eingangsimpedanz von ca. 20 kΩ. Zur Anhebung des Eingangswiderstandes wurde dem Verstärker ein Kathodenfolger mit der Niederspannungsröhre EF98 vorgeschaltet.

Stereoverstärker mit ECC82-Vorstufe

Der unten abgebildete Verstärker kombiniert den bei Conrad angebotenen 2 x 10 W Stereo-Verstärker-Bausatz mit einer Röhrenvorstufe. Dabei kommt die auch für niedrige Anodenspannungen geeignete Doppeltriode ECC82 zum Einsatz, so dass für beide Kanäle (rechts und links) je eine Triode zur Verfügung steht. Die Trioden werden in Kathodenbasisschaltung betrieben. Die Versorgungsspannung der Schaltung beträgt 12V.

Simulation einer Klangwaage mit Qucs

Eine Klangwaage ist ein spezieller Klangregler, bei dem man mit einem einzigen Potentiometer zwischen Höhen- und Tiefeneinstellung wechseln kann. Die in Anlehnung an [1] entworfene Schaltung besteht aus zwei (dynamischen) Spannungsteilern, wobei einer als Hochpass und der andere als Tiefpass agiert. Mit einem Potentiometer kann man zwischen diesen Ausgangsspannung überblenden. Diese Schaltung wird auch in [2] zusammen mit der Doppeltriode ECC82 eingesetzt.

Klangregler für Röhrenverstärker: Tiefeneinstellung

Die folgende Schaltung aus [1] dient zur Einstellung der Tiefen (Bass) und ist für Röhrenvorstufen in NF-Verstärkern vorgesehen. Gegenüber der Mitteleinstellung des Potentiometers, bei der ein exakt konstanter Frequenzgang mit der "Verstärkung" 0,5 (d.h. einer Dämpfung um Faktor 2) vorliegt, können die tiefen Töne sowohl angehoben als auch gedämpft werden. Für ω→∞ kommt man unabhängig von der Potentiometerstellung auf den Verstärkungsfaktor 0,5. Diese Schaltung findet in [2] zusammen mit einer aktiven Röhrenstufe zur Höheneinstellung Anwendung, wobei auf die UKW-Doppeltriode UCC85 zurückgegriffen wurde.

Klangregler für Röhrenverstärker: Höheneinstellung

Die folgende Schaltung aus [1] dient zur Einstellung der Höhen. In ihrer sehr hochohmigen Ausführung ist die Schaltung für Röhrenverstärker vorgesehen. In der Mitteleinstellung des Potentiometers hat man einen exakt konstanten Frequenzgang mit dem Dämpfungsfaktor 2. Für ω→0 erhält man den Verstärkungsfaktor 0,5. Die Höhen können gegenüber dieser Bezugseinstellung sowohl angehoben als auch gedämpft werden.

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